
Inge Moser, Dozentin, Neudenauerstr. 18, 74842 Allfeld, Tel. 06265-929478, Fax 06265-929479,
mail: inge.moser@mehrgenerationensiedlung.org

Wenn wir ein Saatkorn nehmen, beispielsweise eine Kastanie, dann wird – wenn die Bedingungen der Umgebung günstig sind – aus einer kleinen Kastanie ein mächtiger Baum entstehen. Alles was die Kastanie zum Heranwachsen benötigt, wird ihr bei ihrer „Geburt“ mitgegeben. Diese Kastanie geht auf keine Schule und erinnert sich trotzdem an jede Information, die notwendig ist, damit aus ihr ein prächtiger und starker Baum wird. Hiermit erfüllt sie ihre natürliche Bestimmung.
Ausgehend von der Annahme, daß der Mensch das Lebewesen mit dem höchsten Bewußtseinspotential auf dieser Erde ist, wäre es folgerichtig anzunehmen, daß auch der Säugling ein Vorwissen mit auf diese Welt bringt, das ihn gleichfalls zu einem prächtigen und starken Erwachsenen macht.
Und genau dies ist das Ziel unserer „Schule des Lebens“. Wir wollen selbständig denkende Kinder heranwachsen sehen, die sich als Teil des Universums begreifen und damit einen Teil der Generationenfolge bilden, die dazu bestimmt ist, universelle Lebensprinzipien auf der Erde zu verwirklichen.
Die Kinder führen in direkter Zusammenarbeit mit dem erwachsenen Lernbegleiter (Lehrer) den Unterricht durch. Die Kinder lernen altersübergreifend von und miteinander, Schüler sind Co-Lehrer und umgekehrt.
Die Gewerbebetriebe der Siedlung stellen Praktikumsplätze zur Verfügung. So werden Fähigkeiten geübt und Erfahrungen für das spätere Berufsleben gesammelt. Außerdem wird bei der Arbeit z.B. in der Schreinerei Mathematik, Physik usw. praktisch angewandt. Die Schüler überprüfen laufend ihr Wissen in „Tests“. Das tägliche Führen eines Lerntagebuchs ersetzt die Notengebung. Muttersprachler unterstützen die Kinder von Beginn an im spielerischen Erlernen von Fremdsprachen. Zu den Aktivitäten außerhalb des festen Lehrplans gehören Spiele, Gespräche, Theateraufführungen usw., wie es sie an vielen Schulen gibt, und Wahlfächer wie z.B. Astronomie, Kräuterkunde, Gesundheitslehre u.a.
Kinder verbringen die meiste Zeit zu Hause und in der Gesellschaft, den geringeren Teil in der Schule. Deshalb ist es wichtig, daß die Eltern bewußt ihre Vorbildrolle leben und die Lehrer ihren Beruf als Berufung verstehen. Unsere Schule vermittelt Wissen und Werte so, daß dabei eine ganzheitliche, gesunde Entwicklung der Persönlichkeit des Lernenden im Mittelpunkt steht. Regelmäßiger Kontakt und Austausch zwischen Klassenbegleiter (Lehrer und Eltern) ist selbstverständlich.
Unsere staatlich anerkannte Ersatzschule (Gesamtschule, Klasse 1 bis 12/13, Primar und Sekundarstufe I und II) fördert durch den Einsatz der besten reformpädagogischen Konzepte die kindliche Lernfreude und Neugierde. Wie von den „Bildungsweisen“ vorgeschlagen und der OECD* bestätigt, gibt es in unserer Schule keine Noten oder „Sitzenbleiben“.
Lebenslanges Lernen und generationenübergreifender Wissensaustausch sind unser Ziel.
*OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, engl.:
Organisation for Economic Co-operation and Development) Lebens / Pädagogikpark